Ihr sollt bei uns bleiben – aber wie sieht das die Politik?!
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21 September 2017

Noch vor der Landtagswahl fand in der HLS am Montag, den 18.9. eine spannende Diskussion statt. Politikerinnen und Politiker der CDU, der SPD, der Grünen, der FDP und der Linken diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulgemeinschaft über die Umsetzung der Inklusion und stellten sich den Fragen des bunten Publikums. Ganz zentral ging es um die Ungerechtigkeit, dass Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf im Bereich Geistige Entwicklung nach der zehnten Klasse unsere Schule verlassen müssen und es in Oldenburg kein geeignetes Anschlussangebot gibt – trotz zwölfjähriger Schulpflicht!

Schon bei der allgemeinen Betrachtung der Inklusion in Schulen wurde schnell klar: Unsere Schule nimmt das Recht auf Teilhabe aller ernst. Wir sind bereit zu großen Anstrengungen, um dieses trotz immer noch zu großer Klassen und zu geringer personeller Ausstattung umzusetzen. Wir sind auf dem Weg zu einer wirklich inklusiven Schule und brauchen keine „Entschleunigung“, wie es in manchen Parteiprogrammen heißt. Im Gegenteil: Wir fordern mehr Unterstützung in diesem wichtigen Prozess!

Wir haben die Politikerinnen und Politiker gefragt, wie sie sich im Landtag für unser Vorhaben einsetzen werden, einen Sekundarbereich II Geistige Entwicklung einzurichten. Alle Parteien stimmten zu, dass hier eine Lösung gefunden werden müsse. Wir bekamen die Zusage, man werde sich dafür einsetzen, dass die Gesetzeslücke geschlossen wird: Beim Recht auf Inklusion und gleichzeitig zwölfjähriger Schulpflicht kann der einzige Weg nicht der Übergang zur Förderschule sein! Uns wurde vorgeschlagen, bevor dies rechtlich auf den Weg gebracht werden kann, zunächst einen Schulversuch zu beantragen.

Wir machen weiter, damit unsere Schülerinnen und Schüler bei uns bleiben können!

Moderiert wurde die Diskussion von Prof.Dr. Holger Lindemann, wissenschaftlicher Begleiter der Inklusion an Oldenburger Schulen. In der Podiumsrunde mitdiskutiert haben für die Schulgemeinschaft unser Schülervertreter Daniel Groenewold, die Elternvertreterin Sabine Röseler und unsere didaktische Leiterin Christina Sczesny.