Theaterabend Jahrgang 12

17 Juni 2018

An 31.5.  2018 trafen sich rund 60 Personen in der Schule , um der Werkschau der DS-Kurse des 12. Jahrgangs beizuwohnen. Trotz des sonnigen und warmen Wetters wurde es sich im Probenraum gemütlich gemacht,  um zweieinhalb Stunden Theater zu bewundern. Die präsentierten Stücke trugen die Namen "Alles eine Sache der Erhre" und "fast Genial". Das erste Stück ist inspiriert von dem Klassiker „Romeo und Julia“ von William Shakespeare und thematisiert die Zwangsheirat in Deutschland.

Kurz zur Handlung: Die Schülerin Hyglia verliebt sich in den deutschen Schüler Jonathan und beschließt, mit diesem vor ihrem Bruder und den Traditionen ihrer Familie zu fliehen, um den für sie erwählten, und ihr unbekannten Mann Cezmì nicht heiraten zu müssen. Ihre Schwester tritt an ihre Stelle, der Vater bemerkt jedoch den Betrug und alles fliegt auf. Die Liebenden werden vom traditonsbewussten Bruder gefunden, der auf Rache sinnt. Gibt es eine Rettung für die Liebenden? 

Ein halbes Jahr hat der DS- Kurs von Frau Rose intensiv an diesem Stück gearbeitet, sogar zusätzlich einen Probentag eingelegt, damit die Präsentation den „letzten Schliff“ bekomt. Auch die Texte wurden selbst geschrieben:

Prolog:

Zwei Familien in Berlin Marzahn,                                                    

Graue Riesen, Fenster dicht an dicht.                                                      

Eine Schule, an der sie sich das erste Mal sahen.

Gefühle entstehen, doch sie dürfen das nicht.   

Der Vater entscheidet des Zukunfts Lauf,                         

Eine Hochzeit im traditionellen Kleid.              

Er nimmt des Tochters Unglück in Kauf,                           

Ignoriert der Kinder Leid.                                                       

Die Rettung durch das Fenster kommt.                             

Schwester tritt an des Mädchens Stelle.                            

Ihre Erkennung der Familie Scham.            

Den Bruder überrollt eine Wut -Welle.

Er teilt des Vaters gleiche Sicht,                                

Sucht und findet die zwei beiden.                            

Ihm scheint eine andere Lösung gibt es nicht.                

Attackiert seine Schwester, sie soll leiden.                       

Doch mutig schreitet der Junge ein,             

Bevor das Messer sie ersticht,                       

Soll dies eine Tragödie sein?                                      

Nein, das will der Erzähler nicht.                                         

Lasst uns beginnen, nun dieses Spiel                      

Vergesst nicht die ernste Lage                                                          

Zwangsheirat abzuschaffen, ist das Ziel,                           

Das ist eine Aussage keine Frage.                 

 

Trotz der anfänglichen Aufregung unter Schülern wurden beide Stücke gut und kurzweilig präsentiert. Die Unterstützung der Bühnentechniker trug ebenfalls zum Gelingen bei.

"Wir haben die Stücke fast ein Jahr lang intensiv vorbereitet und waren froh dass sie so gut ankamen", meint die Schülerin Ayla, die die Rolle der Mutter in dem Stück „Ehrenmord oder alles eine Sache der Ehre“ spielt. Neben tänzerichen Elementen durften die Zuschauer einer türkischen Hochzeit beiwohnen. Ein rundum abwechslungsreicher und bunter Theaterabend wurde präsentiert. 

 

Um mit den Worten des Erzählers abzuschließen:

Dieses Stück hat deja-vu-Charakter – finden Sie nicht?

Erinnerungen aus dem 16. Jahrhundert werden wach. Das Stück, an das wir uns unweigerlich erinnert fühlen, ist das wohl berühmteste Drama William Shakespeares: Romeo und Julia.

Er hat die wohl tragischste Liebesgeschichte von Romeo und Julia geschrieben. Wie es einer Tragödie so zu eigen ist: natürlich mit einem tragischen Ende. Beide Protagonisten sterben einen tragischen Tod. Tragisch eben.

Wir lassen unser Stück nicht tragisch enden. Wir wollen keine Adaption eines althergebrachten Stückes. Nein, wir wollten ein eigenes Stück konzipieren, eines, das in unsere Zeit passt. Das erste, das wir also verändert haben, war die Zeit, in der das Stück spielt. Die Handlungszeit, aber auch der Zeitraum des Stückes.

Ist eine derartige Geschichte dadurch weniger tragisch oder gar romantisch? Passen diese Dinge überhaupt noch in unsere Zeit? Wie romantisch ist unsere Zeit beispielsweise? Mit anderen Worten: Wie viel Romantik verträgt unsere Zeit heute? Sind Tragik und Romantik nicht schlichtweg überholt, unmodern, unpassend, überhaupt noch bühnentauglich? Das liebes Publikum müsst ihr am Ende selbst entscheiden. Kitsch oder Kunst?