Blick über die ehemalige Lagerstraße vom Haupttor aus Aus Wikipedia von User Agp - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19019495

Das Konzentrations-/Arbeitslager Esterwegen

24 März 2019

Das Konzentrationslager Esterwegen wurde schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers gebaut sowie in Betrieb genommen. Es war, nach Dachau, das größte Arbeitslager der Nationalsozialisten und dort konnten 2000, später 3500, „Schutzhäftlinge“ inhaftiert werden. Später wurde es noch von der britischen Besatzungsmacht als Internierungslager und von der Bundeswehr als Depot genutzt und diesen historischen Ort haben wir besucht.

Der Tag fing mit einer Präsentation des Gedenkstättenleiters an. Diese begann mit dem Grundgesetz und Herr Schwarte berichtete, dass wir alle den Artikel 1 „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ kennen, aber dieser und die weiteren ersten siebzehn Artikel des Grundgesetzes, zu dieser Zeit nicht existierten bzw., dass Hitler sich die Notverordnungen des Art. 48 der Weimarer Verfassung zu Nutze machte, um die Macht überhaupt zu ergreifen und sie  behalten zu können. Weiter ging es mit den Zielen Hitlers sowie den willkürlichen Gründen für die Inhaftierungen und damit, dass es für viele Häftlinge nicht einmal eine Anklageschrift gab. Außerdem erzählte der Referent uns etwas über allgemeine Regelungen im Lager und ließ uns in das Häftlings- und Widerstandslied „Wir sind die Moorsoldaten“ reinhören, welches im Konzentrationslager Börgermoor geschrieben wurde. Am Ende ging es noch einmal um Carl von Ossietzky, einem der bekanntesten Häftlinge des Lagers, welcher schon zu Zeiten der Weimarer Republik Kritik äußerte und die Republik gegen rechts verteidigte. Dies machte ihn zu einem gefährlichen Gegner des NS-Regimes, weshalb er verhaftet worden ist.

Nach der Präsentation absolvierten wir unter der Leitung von  Herrn Schwarte einen Geländerundgang. Das Hauptaugenmerk lag hierbei auf der Lagerstraße, welche so ziemlich alles verbindet. Bevor wir jedoch überhaupt dort hinkamen, sind wir an verschiedenen Relikten aus dieser Zeit vorbeigekommen, wie dem Fundament eines alten Springbrunnes und einer kleinen Treppe, welche früher zu einer NS- Statue führte. Als wir nun an der Lagerstraße ankamen, machten wir uns auf den Weg zu dem Carl von Ossietzky Denkmal. Dort wurden ebenfalls zwei Gedenktexte für die Opfer des Lagers verlesen, welche von zwei Schülern aus unserer Klasse vorbereitet wurden.  Die Gedenktexte von Ole’ und Zaman waren sehr berührend und bewegten uns alle sehr. Abgesehen davon erzählte man uns hier von einigen Schikanen der Wärter, welche sich auf jener Lagerstraße zugetragen haben. Wir gingen weiter in die andere Richtung, wo wir über die Baumpakete aufgeklärt wurden. Man entschloss   sich im Stiftungsrat seinerzeit  dazu, keine Baracken aufzubauen, sondern eben mit jenen Baumpakete, diese Baracken zu visualisieren. Dies hatte mehrere Gründe: zum einen wollte man mit den Materialien arbeiten , welche vorhanden waren und zum anderen, was noch viel wichtiger ist, symbolisieren Bäume das Leben, also das genaue Gegenteil von dem, was diese Einrichtung war. Abschließend diskutierten wir die Frage, ob man besser Baracken aufgebaut hätte, oder ob die Idee mit den Baumpaketen gut gewesen ist.

Am Ende sahen wir uns noch die Innenausstellung an, wo es eine Wand mit ca. 250 Häftlingen gab, welche hier inhaftiert waren. Man wollte zumindest einem Teil  der Häftlinge ein Gesicht geben. Des Weiteren gab es viele alte Dokumente und Besitztümer der Häftlinge, wie beispielsweise selbstgeschnitzte Schachfiguren, oder Postkarten und Tagebucheinträge über die Inhaftierung. Leider hatten wir nur sehr wenig Zeit, um uns die gesamte Ausstellung im Detail anzusehen, da wir nur spezifische Fragen zu einer konkreten Person oder Sache herausfinden sollten. 

Insgesamt wurde dem Besuch des Konzentrationslager Esterwegen sehr interessiert begegnet. Jedoch war dieser gesamte Tag zu kurz. Wir haben in der Schule schon im Voraus recherchiert und an Themen gearbeitet, zu welchen wir Präsentationen gestalten wollten. Dabei hat uns aber gehindert, dass wir an besagten Fragen arbeiten mussten und es im Gesamten nicht immer die passenden Informationen, oder zumindest die Zeit gab, um an diese zu kommen. Wie gesagt, war es aber ansonsten sehr interessant, solch einen historischen Ort zu besuchen.