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Jahrgang 9

Gedenkstätte besucht

Besuch der Gedenkstätte Wehnen im Rahmen des GL-Unterrichts

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Im Rahmen des GL-Unterrichts besuchte der neunte Jahrgang der Helene-Lange-Schule die Gedenkstätte Wehnen. Am Donnerstag traf sich die Klasse 9c gemeinsam mit der 9b dort.

Während des Besuchs setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Geschichte der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wehnen auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen während der Zeit des Nationalsozialismus ausgegrenzt, entrechtet, zwangssterilisiert und ermordet wurden.

Der Vortrag begann mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ von 1933. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie Menschen aufgrund angeblicher „Erbkrankheiten“ erfasst, begutachtet und von staatlichen Stellen verfolgt wurden. Auch die Rolle der Gesundheitsämter, sogenannter Sippenkarteien und erbbiologischer Gutachten wurde thematisiert.

Ein weiterer Schwerpunkt war die sogenannte NS-„Euthanasie“. Dabei wurde deutlich, wie ein ursprünglich anders verwendeter Begriff von den Nationalsozialisten missbraucht wurde, um die systematische Tötung von Menschen zu verschleiern. Ab 1939 begann mit der „Aktion T4“ der organisierte Krankenmord im Deutschen Reich. Thematisiert wurden auch die zentralen Tötungsanstalten mit Gaskammern sowie die sogenannten „grauen Busse“, mit denen viele Menschen transportiert wurden.

Besonders eindrücklich war die Beschäftigung mit einzelnen Patientenschicksalen aus den „Roten Büchern“. Am Beispiel von Lisa H. wurde sichtbar, wie Diagnosen, Meldebögen und ärztliche Einschätzungen über das Leben von Menschen entschieden. Die Quellen zeigten außerdem, dass Todesursachen häufig beschönigt oder verschleiert wurden.

Auch die Lebensbedingungen in Wehnen selbst wurden deutlich: Viele Patientinnen und Patienten litten unter Mangelernährung, Arbeitsausbeutung und gezielter Vernachlässigung. Die steigenden Sterberaten in der Heil- und Pflegeanstalt zeigten, welche tödlichen Folgen diese Politik hatte.

Zum Abschluss wurde der Blick auch auf die Erinnerungskultur gelenkt. Die heutige Gedenkstätte in der Alten Pathologie erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Aufarbeitung lange dauerte und bis heute von großer Bedeutung ist.

Kai Hollwege, der GL-Lehrer der 9c, zeigte sich von der Veranstaltung, die Herr Hüsson organisiert hatte, sehr begeistert. In der kurzen Zeit von 9:00 Uhr bis 12:30 Uhr konnten die Schülerinnen und Schüler eine Menge erfahren und lernen. Der Besuch machte deutlich, wie wertvoll außerschulische Lernorte für den Unterricht sind und dass diese noch viel häufiger genutzt werden sollten.

Auch die Schülerinnen und Schüler empfanden den Besuch als hervorragende Ergänzung zum Unterricht in der Schule.

Der Besuch der Gedenkstätte war eine nachdenkliche Erfahrung. Er zeigte, wie wichtig es ist, sich mit Ausgrenzung, Menschenwürde und Verantwortung auseinanderzusetzen – damals wie heute.

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